Daniel Bucheli über das Sony FE 400-800mm & ILCE-7...
Sep 19, 2025
Magische Begegnungen & starke Technik – meine Erfahrungen mit der Sony A7RV und dem Sony FE 400-800mm in der Wildnis Kanadas
Magische Begegnungen & starke Technik – meine Erfahrungen mit der Sony A7RV und dem Sony FE 400-800mm in der Wildnis Kanadas
Im August 2025 begann für mich ein lang ersehnter Traum – ausgestattet mit meiner brandneuen Kombination aus der Sony A7RV und dem beeindruckenden Sony FE 400-800mm ging es in die raue, wilde und gleichzeitig atemberaubend schöne Natur British Columbia’s in Kanada.
Mein Abenteuer startete in Campbell River auf Vancouver Island, wo ich mich frühmorgens und mit Jetlag auf die Suche nach lachsfressenden Schwarzbären machte. Nach einem kurzen Marsch entlang eines glasklaren Flusses mit reichlich Lachs im Aufstieg, hatte ich das grosse Glück, eine Schwarzbärin mit drei Jungen zu entdecken. Während sich die kleinen „Cubs“ vorsichtig auf die gegenüberliegende Flussseite zurückzogen, blieb die Mutter wachsam und konzentriert – sie war auf Jagd nach frischem Lachs. Etwa eine Stunde lang konnte ich sie beobachten, wie sie immer wieder mit voller Kraft ins seichte Wasser sprang, auf der Jagd nach dem silbrig glänzenden Lachs. Nicht jeder Fang war erfolgreich – einige Fische entkamen mit einem letzten, kraftvollen Satz. Doch die Entschlossenheit der Bärin war beeindruckend. Hier kam meine neue Kamera-Objektiv-Kombi zum ersten Mal richtig zum Einsatz: 1/2000 Sekunde Belichtungszeit, ISO 2500 um jeden Wassertropen einzufangen. Aus etwa 10 bis 15 Metern Entfernung lag ich auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses am Boden, das Auge durch den Sucher, das Herz klopfend. Was für ein Start!
Am Abend, als sich die Sonne langsam senkte und der Wald in goldenes Licht tauchte, entdeckte ich in einem Baum einen majestätischen Weisskopfseeadler. Ich nutzte die vollen 800mm Brennweite, stellte die ISO auf 160 und konnte dank der 61 Megapixel sogar noch croppen – das Resultat war ein Bild, so gestochen scharf, dass selbst die feinste Feder auf dem Schnabel sichtbar war. Ich war schlichtweg begeistert.
Neben den Schwarz- und Grizzlybären gehörte auch die Suche nach Orcas und Buckelwalen zu den grossen Zielen meiner Reise. Die Gewässer, in denen ich unterwegs war, zählten zu den wenigen Orten, an denen sich zur selben Zeit zwei ganz unterschiedliche Orca-Gruppen aufhalten: Zum einen die sogenannten „Resident Orcas“, die sich ausschliesslich von Fisch – vor allem Lachs – ernähren, und zum anderen die eindrucksvollen Bigg’s Orcas, früher auch „Transients“ genannt, die lautlos durch die Fjorde gleiten und sich auf Meeresäuger wie Robben, Delfine, Schweinswale und sogar andere Wale spezialisiert haben.
Oft lag am Morgen ein dichter, fast mystischer Nebel über der Landschaft. In solchen Momenten träumte ich von einer Szene, die sich tief in meinem Kopf festgesetzt hatte: Orcas, die lautlos aus dem Nebel auftauchen, so nah, dass man auf der Finne, jede Wasserperle erkennen kann – ein Anblick zwischen Traum und Wirklichkeit.
Wenn mir damals jemand gesagt hätte, dass genau dieses Bild eines Tages Wirklichkeit werden würde, ich hätte es kaum glauben können. Und doch geschah es – plötzlich, unerwartet. Aus dem milchigen Weiss des Nebels erhoben sich dunkle Rückenflossen, elegant durch das stille Meer gleitend (naja, eigentlich hört man die Orcas schon aus der Ferne, aber lassen wir dieses Detail beiseite). Wir waren umringt von einer Gruppe Resident Orcas. Ganz ruhig, fast ehrfürchtig griff ich zur Kamera – klick, klick – ein paar schnelle Aufnahmen. Dann legte ich sie beiseite. Der Moment war zu gross, um ihn nur durch einen Sucher zu erleben.
Immer wieder entschied ich mich bewusst dafür, die Kamera aus der Hand zu legen, die Technik zur Seite zu legen und einfach nur zu beobachten – zu staunen. Manchmal war das auch nötig, denn mit 400 mm Brennweite war das Wildlife oft zu nah. Zu nah? Vielleicht. Aber ganz ehrlich: Genau so hatte ich es mir gewünscht. 😊
Die folgenden Tage waren geprägt von spektakulären Momenten und einer Landschaft, die zwischen mystischem Nebel und dramatischem Licht ständig ihre Stimmung änderte. Das neue 400-800mm überzeugte nicht nur bei Wildlife-Aufnahmen, sondern auch in der Landschaftsfotografie – ein wahres Multitalent.
Neben den vielen tollen Begegnungen mit Orcas hatte ich das grosse Glück, auch Buckelwale in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten zu dürfen – schlafend, majestätisch treibend in der morgendlichen Stille oder kraftvoll auftauchend beim sogenannten „Lunging“, wenn sie sich mit weit aufgerissenem Maul durch ganze Schwärme von Heringen fressen. Einer dieser Momente hat sich nicht nur tief in mein Gedächtnis gebrannt, sondern wurde auch zu einem meiner absoluten Lieblingsbilder dieser Reise: Ein Buckelwal durchbricht die Wasseroberfläche mit aufgerissenem Maul – und wenn man ins Bild hineinzoomt, erkennt man tatsächlich einzelne Heringe, die verzweifelt versuchen, dem sicheren Schicksal zu entkommen. Gänsehaut pur – nicht nur beim Fotografieren, sondern auch beim späteren Betrachten!
Doch damit nicht genug: Neben den beeindruckenden Orcas und Buckelwalen durfte ich auch Seeotter beobachten, die entspannt auf dem Rücken im Wasser trieben, verspielte Delfinschulen, Robben, riesige Stellersche Seelöwen und sogar Kolibris! Ja, richtig gelesen – in dieser wilden Küstenregion begegnete ich Kolibris. Und neben dem majestätischen Weisskopfseeadler kreiste auch immer wieder der Truthahngeier über mir – begleitet von einer Vielzahl weiterer Vogelarten, die ich gar nicht alle aufzählen kann.
Was mich an der neuen Sony-Kombo besonders begeistert hat:
Ganz klar: Die Kombination aus der Sony A7RV und dem FE 400-800mm ist ein echtes Kraftpaket für die Wildlife-Fotografie – vor allem bei guten Lichtverhältnissen. Auch wenn mein Fokus auf dieser Reise nicht explizit auf der Vogelfotografie lag, konnte ich einige beeindruckend scharfe Aufnahmen erzielen. Der Autofokus? Schnell, präzise, zuverlässig. Ich war rundum überzeugt.
Völlig neu war für mich die Erfahrung, Landschaften mit über 400mm Brennweite festzuhalten – eine ungewohnte, aber unglaublich spannende Perspektive, die ganz neue kreative Möglichkeiten eröffnet hat. Zum ersten Mal wagte ich mich auch an Videoaufnahmen heran – und was soll ich sagen? Die Kombo hat auch hier beeindruckend abgeliefert. Für mich war es zwar Neuland, aber die Ergebnisse sprechen für sich.
Wo ich an meine Grenzen kam:
So begeistert ich bin – ganz ohne Herausforderungen war die Reise mit der neuen Kombo nicht. Der Start bei 400mm ist nichts, woran ich vorher gewöhnt war. Besonders auf einem schwankenden Boot fiel es mir manchmal schwer, das gewünschte Motiv im Bild zu halten – und ehe ich es richtig im Fokus hatte: wups, war es auch schon wieder verschwunden.
Hier hat mir schlichtweg die Übung gefehlt. Mein Tipp an alle, die mit dem FE 400-800mm unterwegs sein wollen: Nehmt euch vor der Tour Zeit, um euch mit dem Handling vertraut zu machen. Wenn man sich eingespielt hat, werden solche Situationen deutlich entspannter.
Auch bei schwachem Licht stiess das Setup hin und wieder an Grenzen – ISO 6400 oder höher war gelegentlich nötig. Natürlich geht das zulasten der Details, aber dank moderner Software lässt sich heute viel rausholen, ohne die natürliche Wirkung der Bilder zu verlieren (falls man dies möchte). Und ganz ehrlich: lieber ein etwas rauschiges Bild als gar keines oder ein verschwommenes, meine persönliche Meinung😊.
Ein weiteres „Luxusproblem“: Wenn das Wildlife plötzlich zu nah kam – und das kam häufiger vor, als ich dachte – waren die 400mm manchmal einfach zu viel. Anstatt hektisch die Kombo zu wechseln, habe ich in diesen Situationen oft die Kamera beiseitegelegt und den Moment mit allen Sinnen genossen. Und das war vielleicht sogar das grösste Geschenk dieser Reise: zu erkennen, dass nicht alles durch den Sucher festgehalten werden muss. Rückblickend bin ich fast dankbar, dass ich nicht mit dem 100-400mm unterwegs war – sonst hätte ich wohl viel weniger solcher intensiven Erlebnisse ohne Kamera gehabt.
Abschliessend möchte ich mich bei einigen Menschen bedanken, die dieses Erlebnis möglich gemacht haben:
Markus & Pirmin von P&M Photo Media in Luzern – es ist ein riesiger Mehrwert, ein Fotofachgeschäft in der Nähe zu haben, das nicht nur mit Top-Beratung, sondern auch mit erstklassigem Service überzeugt. Danke euch!
Rolf Hicker von Vancouver Island Photo Tours – für die Leidenschaft, die Begeisterung und die unvergesslichen Begegnungen, die du möglich gemacht hast.
Und natürlich an Felix, Julien und Angus von Sailcone’s, deren Erfahrung, Respekt gegenüber der Natur und tiefes Wissen diese Reise so besonders gemacht haben.
